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USA erhöhen ihr Klima-Ziel: Joe Biden meint es ernst

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Klaus Rimpel
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Es war – wieder einmal – das wärmste Jahr in Europa seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. „Na und, ist doch gar nicht so schlecht, wenn ich im Winter nicht so viel heizen muss“, mag sich da manch einer denken. Nur: Die stärkste Erwärmung gab es ausgerechnet in Sibirien, wo es bis zu sechs Grad wärmer war als im üblichen Schnitt.

Dort sind im Permafrostboden gigantische Mengen Methan gespeichert – wenn die frei werden, könnte sich die globale Erwärmung zusätzlich dramatisch beschleunigen: der gefürchtete Kipp-Effekt.

Die Tatsache, dass Sibirien so spürbar betroffen ist, alarmiert auch Wladimir Putin. Und es ist eine der guten Nachrichten in schwierigen Zeiten, dass Russland ebenso wie China bereit zu sein scheint, trotz aller Konflikte mit den USA in Sachen Klimaschutz an einem Strang zu ziehen. Noch mehr Hoffnung macht aber, dass die USA sich vom Klimawandel-Verharmloser zum Vorreiter im Kampf gegen die Erderwärmung wandeln: Joe Biden meint es ernst mit seiner Klima-Wende.

Natürlich wird es bei den Klima-Zielen Rechentricks und Schönfärberei geben. Aber zumindest ist die Richtung wieder klar – anders als unter Donald Trump. Die Entwicklung von Corona-Impfstoffen in nur einem Jahr hat bewiesen: die weltweite Innovationskraft ist erstaunlich. Wenn wir den Klimawandel wirklich als gemeinsame Menschheitsaufgabe verstehen, können wir auch diese größte Herausforderung unserer Zeit meistern.

Klaus.Rimpel@ovb.net

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