MEINUNG

Bessere Schul-Konzepte: Beiderseits im Ton vergriffen

Christian Deutschländer online rahmen
+
Christian Deutschländer
  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
    schließen

Der Streit zwischen Lehrern und Staat ist unnötig schrill geworden. Zu Wochenbeginn haben sich beide Seiten kräftig im Ton vergriffen. Ein Beamtenverband hat nicht mit Arbeitsverweigerung zu drohen und Ultimaten zu stellen. Das kommt auch nicht gut an in einem Land in Notlage, in dem Millionen Menschen in Kurzarbeit gezwungen werden oder um Existenzen fürchten.

Ebenso plump war die Reaktion der Staatskanzlei, es gebe doch Hygienekonzepte an Schulen, und mehrere Grundschullehrer seien schon geimpft. Vielleicht sollte nicht unbedingt einer dieser Abgeordneten, die sich im Landtag hinter Kabinen aus Plexiglas verstecken, eine Einteilung vornehmen, wer im Land „privilegiert“ sei und wer nicht.

Weitere Kommentare zu politischen und gesellschaftlichen Themen finden Sie hier.

Das Problem an den Schulen ist groß, Trägheit verschärft es. Tests sind versprochen, aber in lächerlicher Zahl ausgeliefert. Seriöse Konzepte zum Testen mit geschulten Helfern fehlen. Luftreiniger könnten überall eingebaut sein, würde der Staat den Kommunen das endlich aus der Hand nehmen. Und natürlich braucht es eilig die Impfpriorisierung für alle Lehrer, um nach Ostern verantwortbar Hybridunterricht zumindest regional fortzusetzen.

Geht nicht? Oh doch, muss gehen. Schon einmal, beim Distanzunterricht, haben sich Behörden (Mebis) und Lehrer am Riemen gerissen. Seit Jahresbeginn funktioniert das fast überall, viel Spott ist verflogen. So einen Kraftakt braucht es wieder. Verbal abrüsten, technisch aufrüsten.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

Kommentare