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Meinung

Parteitag der Linken: Robin Hood in der Identitätskrise

Markus Mäckler online rahmen
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Markus Mäckler

Von der Aufbruchstimmung ist nicht viel geblieben. Die Linke, die nach der Wahl der zwei neuen Parteichefinnen im Februar vom Regieren träumte, fürchtet inzwischen die Fünf-Prozent-Hürde und fällt sonst vor allem durch interne Streits auf. Beim Parteitag am Wochenende suchte die Partei darum ihr Heil in der Wiederbelebung des verlorenen Robin-Hood-Images. Ob’s hilft? Wohl kaum.

Tatsächlich steckt im neuen Wahlprogramm viel von der Umverteilungs-Logik jener alten Linken, die sich mal als Anwältin der kleinen Leute sah: Mindestrente, Mietendeckel, mehr Hartz IV, bezahlt von Gutverdienern und Reichen. Im Detail liest sich das ungleich radikaler als bei Grünen und SPD: etwa bei der Spitzensteuer von 53 Prozent, die ab 70 000 Euro Einkommen greifen soll. Viel mehr Wohltat für kleine Leute geht kaum – deren Herzen dürften trotzdem verschlossen bleiben. Denn die Linke krankt nicht am mangelnden Verteilungswillen, sondern daran, dass Teile der Partei ihre alte Klientel wegen deren Lebensstil, deren Sprache, deren Sorgen verachten. Wer so beharrlich darauf hinweist wie Sahra Wagenknecht, hat ein Problem im sensiblen Partei-Kosmos.

Die Identitätskrise der Linken hält an, da helfen auch Stoßgebete der Parteispitze für mehr Geschlossenheit nicht. Derart verfasst, dürften sich Grüne und SPD gleich mehrfach überlegen, ob die Linke für eine grün-rot-rote Koalition überhaupt infrage kommt. Soll es ohne die Union gehen, dann wohl nur mit einer Ampel. Und die zerstrittene Linke kann froh sein, wenn es für die Opposition reicht.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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