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Debatte um Osterurlaub: Klare Regeln, kein Verbot

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Es hört nicht auf: Die (vom Ministerpräsidenten kurzerhand gestrichenen) Faschingsferien haben kaum begonnen, da preschen schon die ersten Politiker mit der Absage von Osterurlaub nach vorn. Ohne Kenntnis der Inzidenz Anfang April. Ohne Wissen, welche Wirkung die viel beschworenen Mutationen nun wirklich entfalten.

Zu Beginn der Pandemie war der starke Staat, der seine Bürger vor Unvorsichtigkeit schützen wollte, ein passender Ansatz. Vater Staat quasi, der seine Kinder vor Krankheit bewahrt.

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Doch gute Eltern wissen: Es hilft wenig, Kinder ewig zu Hause zu behüten – irgendwann brechen sie aus. Besser erzieht man sie zu Selbstständigkeit, auch mit Belohnung für verantwortungsbewusstes Verhalten. Auf Corona bezogen heißt das: Nach einem Jahr haben die in der großen Mehrzahl vorsichtigen Menschen gelernt, mit der Gefahr umzugehen. Masken und Abstand sind für die meisten selbstverständlich.

Klare Auflagen und Hygienekonzepte

Der Staat sollte Urlaub bei niedriger Inzidenz deshalb nicht pauschal verbieten, sondern klare Vorgaben machen – so wie auch Eltern ihren Kindern Regeln geben: Hygienekonzepte für Hoteliers und Restaurants, Beschränkung der Gastzahlen, klare Auflagen für Urlauber.

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Dort, wo sich zu viele Menschen drängeln, muss notfalls die Polizei einschreiten. Und um es klar zu sagen: Wer die Auflagen – wie jetzt bei illegalen Faschingsumzügen – offen bricht, muss auch empfindlich bestraft werden. Aber nicht alle können für ein paar Idioten in Haftung genommen werden.

Schon bei der 15-Kilometer-Regel hatte man ein wesentliches Problem außer Acht gelassen: 82 Millionen Menschen in Deutschland lösen sich nicht in Luft auf. Wenn sie nicht aufs Land fahren, gehen sie in städtische Parks oder an örtliche Seen. Das Infektionsrisiko bleibt.

Mike.Schier@ovb.net

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