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Meinung

Künstlerprotest gegen Lockdown: Fair miteinander umgehen!

Georg Anastasiadis Web Kommentarfoto Webrahmen CUE
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Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    VonGeorg Anastasiadis
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Es stimmt: Auf den Intensivstationen spielen sich bedrückende Szenen ab. Nach den Senioren trifft das Virus in der dritten Welle stärker die Jüngeren. Und jeder Tote, jeder schwer Erkrankte ist einer zu viel.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Schreckensprognosen des Robert-Koch-Instituts aus dem März, die die Begleitmusik zum „Merkel-Lockdown“ lieferten, lagen spektakulär daneben. Von der für Mitte April vorhergesagten 7-Tage-Inzidenz von über 300 sind wir weit entfernt. Das gilt erst recht für viel beachtete Berechnungen anderer Wissenschaftler, die teils Inzidenzen von 2.000 prophezeiten.

Es hätten sich eben „positive Aspekte ergeben“, erklärte der RKI-Vizechef zuletzt. Zum Glück. Aber einen schalen Nachgeschmack hinterlässt es dennoch, wenn das RKI seinen Irrtum nun so lapidar abtut. Ohne das Klima der Angst, das mit solch schrillen Warnungen vor einer ungebremsten exponentiellen Ausbreitung des Virus erzeugt wurde, hätte die Kanzlerin schwerlich ihr Infektionsschutzgesetz mit seinen gravierenden Eingriffen in die Freiheitsrechte über die parlamentarischen Hürden bekommen – und die Ministerpräsidenten wären nicht gezwungen worden, ihre vorsichtigen Pilotprojekte für ein Leben mit dem Virus abzubrechen.

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Wir müssen fair miteinander umgehen. Das gilt auch für den Künstler-Protest „Allesdichtmachen“. Auch wenn man die Aktion kritisieren darf: Es ist infam und Ausdruck wachsender Intoleranz, die Schauspieler kurzerhand zu Stichwortgeber für AfD und Querdenker zu machen. Wer das tut, hat keine Lust, sich mit Argumenten auseinanderzusetzen. Und wer, wie ein SPD-Politiker im WDR-Rundfunkrat, gleich ein Auftrittsverbot für die Künstler fordert, sollte lieber den eigenen Auftritt beenden. Berufsverbote, das hatten wir doch schon mal in Deutschland. Und es hat uns nicht gut getan.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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