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Meinung

Lieferkettengesetz: Zweifel sind angebracht

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Sebastian Hölzle

262 Tote zählten die Behörden 2012 nach dem Brand einer Textilfabrik in Pakistan, ein Jahr später starben beim Einsturz einer Fabrik in Bangladesch über 1100 Menschen. Die Idee, dass Branchen wie die Textilindustrie für ihre Zulieferer geradestehen müssen, ist naheliegend.

Sind es am Ende doch die heimischen Firmen, die von der Billigarbeit im Ausland profitieren. Deutschland will nun Vorreiter sein und die Unternehmen per Gesetz zu mehr Verantwortung zwingen. Das jetzt beschlossene Lieferkettengesetz soll die Welt gerechter machen.

Zweifel sind dennoch angebracht: Das Gesetz wurde in einem jahrelangen Prozess von Lobbygruppen so zerrieben, dass inzwischen fraglich ist, ob der gewünschte Effekt überhaupt eintritt. Im schlimmsten Fall hat der Gesetzgeber eine Regelung geschaffen, die lediglich zu großen Papierbergen in den betroffenen Unternehmen führen wird – ohne dass sich an den Zuständen im Ausland etwas ändert.

Zugutehalten muss man der Regierung, dass sie ein Problem erkannt hat und zumindest versucht, es zu lösen. Und sollte sich das Gesetz sogar als Erfolg herausstellen, weil das Bürokratie-Problem kleiner ist als gedacht, könnten andere Staaten die Regel als Blaupause nutzen.

Sebastian.Hoelzle@ovb.net

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