MEINUNG

Grüne wollen K-Frage klären: Erfolgreich ausmauscheln

Mike Schier online rahmen
+
Mike Schier
  • Mike Schier
    vonMike Schier
    schließen

Seit fast zwei Jahren läuft in der Union nun die quälend lange Suche eines Nachfolgers für Angela Merkel. Erst verbrannte die CDU Annegret Kramp-Karrenbauer, jetzt zündelt man unter unfreundlicher Beteiligung der CSU an Armin Laschet. Mitten in diesen schwarzen Kleinkrieg hinein platzte gestern die nüchterne Meldung, die Grünen würden dem gespannten Wahlvolk am 19. April mitteilen, unter wessen Führung sie in die Wahl gehen.

Ein bisschen ironisch ist es ja schon: Während die alten Volksparteien sich an Basisdemokratie versuchen (die Union leidet unter dem Schaulaufen der Kandidaten, die SPD schleppt ihre Urwahl-Vorsitzenden mit sich herum), mauschelt die Ökopartei das Führungspersonal hinter verschlossenen Türen aus. Kurioserweise wirkt das angesichts des eitlen TV-Marathons der beiden schwarzen Kandidaten fast wie eine Wohltat. Annalena Baerbock oder Robert Habeck haben das grüne Wahlprogramm gemeinsam vorgestellt – die Frage, wer es an führender Stelle umsetzen soll, scheint gar nicht so wichtig. Der Star ist die Mannschaft, nannte man das im Fußball mal.

Doch je tiefer die Union in Umfragen fällt, desto mehr gewinnt die K-Frage auch bei den Grünen an Gewicht. Vieles spricht für Annalena Baerbock, nicht nur weil sie in der Gesamtkonstellation als Frau ein Alleinstellungsmerkmal hätte. Sie ist auch weniger spontan als Habeck und damit weniger fehleranfällig. Doch ab 19. April wird der oder die Kandidat/in unter einer komplett neuen Beobachtung stehen. Gerade für die regierungsunerfahrene Baerbock wäre das eine neue Herausforderung.

Mike.Schier@ovb.net

Kommentare