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Meinung

Ditib und die Schulen: Die Lücke, die wir nicht schließen

Markus Mäckler online rahmen
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Markus Mäckler

Ditib ist der größte Islamverband in Deutschland – und einer der umstrittensten. Kritiker halten ihn für ein (außen-) politisches Instrument Ankaras, seine Strukturen sind mindestens undurchsichtig, einige seiner Imame standen hier schon unter Spionageverdacht.

Die türkische Religionsbehörde Diyanet, der Ditib untersteht, verbreitet antisemitische Klischees – während des jüngsten Gaza-Konflikts raunte sie vom „Babymörder Israel“. All das dürfte auch der von CDU-Chef Armin Laschet geführten NRW-Landesregierung bekannt sein. Und doch scheut sie nicht davor zurück, dem Verband im sensiblen Schulbereich Einfluss zu verschaffen. Ist das naiv, gleichgültig, hilflos? Vielleicht alles zusammen. Erdogan dankt.

Vermutlich hat NRW-Innenminister Herbert Reul sogar einen Punkt, wenn er sagt, Ditib sei zu groß, um es bei der (wichtigen) Gestaltung des Islamunterrichts links liegen zu lassen. Aber wenn der Satz stimmt, offenbart er zuallererst, wie untätig die Politik bei der Förderung eines politisch unabhängigen, offenen Islams geblieben ist. Der Aufbau liberaler Gemeinden in Deutschland ist kaum weiter als vor fünf oder zehn Jahren, die so oft beschworene deutsche Imam-Ausbildung gibt es allenfalls in Ansätzen. Ditib besetzt also die große Lücke, die wir zu füllen versäumt haben, und kann nun versuchen, die Botschaften aus Ankara nicht nur in seinen Moscheen, sondern auch in Schulbüchern zu setzen. Die NRW-Regierung wäre gut beraten, die Zusammenarbeit wieder zu beenden.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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