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Meinung

Viel Ärger für die Ökopartei: Grüner Partyschreck Boris Palmer

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    vonGeorg Anastasiadis
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Boris Palmer ist ein blitzgescheiter Mann. Und ein versierter Politiker. Kein Wunder, dass sie bei den Grünen bitter lachen, wenn sich der Tübinger OB nach seiner Provokation in der Rassismusdebatte um den Fußballer Dennis Aogo jetzt recht scheinheilig mit seiner „Ahnungslosigkeit“ herausredet.

Nein. Palmer wusste, was er tat, als er auf Facebook ein in der Tat unappetitliches Zitat postete. Den Schaden hat trotzdem nicht er. Sondern seine Partei, die auf Palmers Tabubruch so reflexhaft reagiert hat wie von ihm erwartet: mit ihrer Selbstdemaskierung.

Ausgerechnet die Partei, die anderen stets Toleranz predigt, erträgt abweichende Meinungen nicht. Und sie reagiert auf sie exakt so, wie es Palmer seinen Parteifreunden immer vorwirft: mit Ausgrenzung, Parteiausschluss, Zen-surkultur. Eben „Cancel Culture“. Wer sich nicht den Gesetzen der politischen Korrektheit unterwirft, wird ausgelöscht. Diese eifernde Unbarmherzigkeit hat nichts zu tun mit der behaglichen Bürgerlichkeit, deren wärmendes Mäntelchen die Grünen-Führung sich gerne umwirft, wenn sie im Teich von CDU und CSU nach Wählern fischt.

Palmer ist der undankbarste Gegner, den sich die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kurz vor der Wahl aussuchen konnte, ein echter Partykiller mitten im grünen Wohlfühl-Hoch: unerschrocken, wortgewaltig, ein Held der deutschen Coronapolitik. Ihm hören die Leute zu, wenn er seinen Grünen den Spiegel vorhält. Wenn er beklagt, dass sich führende Parteikreise einer „linken Identitätspolitik“ verschrieben hätten. Diese sortiert die Menschen hingebungsvoll nach ihren kulturellen, ethnischen und sexuellen Merkmalen, hat aber mit den Alltagssorgen der meisten Bürger nichts mehr zu tun. Und auch nicht mit einem entspannten Deutschland. Dessen Namen wollten die Berliner Stadtgrünen aus Rücksicht auf Migranten aus dem Wahlprogramm der Bundespartei tilgen, so können es die erstaunten Bürger jetzt in den Zeitungen nachlesen. Das alles ist so ziemlich das Letzte, worüber die neue grüne Volkspartei in der heißen Wahlkampfphase gern diskutieren wollte. Doch genau das muss sie nun.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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