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Meinung

Besuchsregeln in Pflegeheimen: Familien mehr Freiheiten zugestehen

Katrin Woitsch online rahmen
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Katrin Woitsch
  • Katrin Woitsch
    VonKatrin Woitsch
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Kaum jemand musste vergangenes Jahr so sehr auf Grundrechte verzichten wie die Senioren in den Heimen. Umso größer war die Hoffnung, die sie in die Impfungen setzten. Doch obwohl die meisten längst den vollen Impfschutz haben und es in den Heimen kaum noch Todesfälle gibt, sind die Bewohner von einem selbstbestimmten Alltag weit entfernt.

Für Geimpfte sind Biergarten- oder Baumarktbesuche bald wieder ohne Test möglich – für den Besuch der Oma im Heim gilt das aber nicht. Pflegeheime sind bei dieser Lockerung ausgenommen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum eine Familie Opa zum Kaffee nach Hause holen darf, ihn aber bei einem Besuch im Pflegeheim weder anlächeln noch in den Arm nehmen kann. Gerade für demenzkranke Senioren macht es einen großen Unterschied, ob Masken getragen werden müssen.

Hinter dieser zu zögerlichen Lockerung steht die Angst, dass das Virus in den Heimen noch einmal für viele Todesopfer sorgen könnte. Doch nirgendwo ist die Impfquote so hoch wie dort. Und die letzten Monate zeigen ja, wie gut die Senioren durch die Impfungen geschützt sind. Nach einem Jahr Einsamkeit brauchen sie ihre Angehörigen und etwas Nähe mehr denn je. Die Familien sollten mehr Eigenverantwortung zugestanden bekommen. Denn sie werden auch ohne Verordnung alles tun, um ihre Eltern oder Großeltern nicht zu gefährden.

Katrin.Woitsch@ovb.net

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