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Meinung

„40.000 Migranten aufnehmen“: Grüne Belehrungen für unsere Nachbarn

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    VonGeorg Anastasiadis
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Virus-Albträume enden mit etwas Glück irgendwann, aber die Welt ist danach nicht automatisch ein besserer Ort und schon gar kein Sommermärchen: Mit Macht werden die Politiker gerade daran erinnert, dass die Migrationskrise nicht vorbei ist, nur weil Europa im Moment ein anderes Problem hat.

Die Bilder von Migranten, die schwimmend die spanische Exklave Ceuta zu erreichen versuchten und von Polizisten zurückgestoßen wurden, sind zu machtvoll, als dass sie im deutschen Wahlkampf unbemerkt bleiben könnten. Dasselbe gilt für die sich häufenden Berichte über „Push backs“ von Flüchtlingen in der Ägäis. Und der Sommer der Schleuser (und ihrer Paten, von Erdogan bis Lukaschenko) beginnt ja erst.

Der Grünen-Politiker Özdemir hat den Ton bereits gesetzt: Deutschland solle 40.000 Flüchtlinge zusätzlich aufnehmen, dann würden andere EU-Länder diesem Beispiel sicher folgen. Das lässt befürchten, dass die Grünen, die gern die nächste Bundesregierung anführen würden, wenig gelernt haben aus den deutschen Sonderwegen der Jahre ab 2015 und der magnetischen Wirkung von Grenzöffnungen: Eine Koalition der Willigen hat Berlin trotz Merkels Druck nie schmieden können, und wenn man heute auf die extrem harte dänische Asylpolitik blickt, dürften sich die Voraussetzungen dafür seither nicht verbessert haben.

Weitere Kommentare zu politischen und gesellschaftlichen Themen finden Sie hier.

Stutzig macht auch der hohe moralische Ton, der schon wieder gegenüber den europäischen Nachbarn im Süden und der „konservativen Regierung“ in Athen angeschlagen wird. Deutsche Belehrungen, welche Leistungen Migranten bitte schön zu erhalten hätten, kommen nicht gut an in einem Land wie Griechenland, wo hunderttausende eigene Bürger selbst am Existenzminimum leben müssen. Die Rückkehr des „guten Deutschen“, diesmal im grünen Gewand, der Italienern, Spaniern und Griechen sagt, wie ihre Flüchtlingspolitik auszusehen habe, ist so ziemlich das Letzte, worauf  unsere EU-Partner warten, die selbst unter großen Mühen Europas Außengrenzen schützen.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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