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MEINUNG

Astrazeneca-Probleme: Praxen sind wichtiger denn je

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  • VonSebastian Horsch
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Die allgemeine Ratlosigkeit ist fast greifbar. Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt hat, wartet nun alles auf die Einschätzung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Doch selbst wenn das Impfen mit dem Mittel weitergeht, wird ein Vertrauensschaden bleiben.

Es ist natürlich nicht Spahns Schuld, dass der Impfstoff im Verdacht steht, gefährliche Thrombosen auszulösen. Wenn das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig hält, muss der Minister die Warnung ernst nehmen. Eine dafür nötige Impfunterbrechung von ein paar Tagen ist extrem ärgerlich, aber im Notfall noch verkraftbar. Was aber schon wieder komplett schiefläuft, ist die dazugehörige Kommunikation.

Weitere Kommentare zu politischen und gesellschaftlichen Themen finden Sie hier.

Schon als der Impfstoff zunächst nur bis 65 Jahre empfohlen wurde, wurde viel zu wenig erklärt. Nun ist für viele nicht nachvollziehbar, warum Deutschland erst an Astrazeneca festhält und die Impfungen dann doch aussetzt. Zurück bleibt das diffuse Gefühl, dass man von diesem Vakzin besser die Finger lässt. Egal wie die Entscheidung der EMA also ausfällt: Astrazenecas Imageproblem wächst weiter.

Um darauf reagieren zu können, braucht es nun statt starrer Priorisierungsregeln endlich deutlich mehr Flexibilität. Dass die Praxen bald ins Impfgeschehen einsteigen, ist da wichtiger denn je. Sollten die Impfungen mit Astrazeneca weitergehen, genießen sie das nötige Vertrauen, um Antworten zu geben und Ängste zu nehmen. Gleichzeitig können sie beurteilen, welcher ihrer Patienten zuerst geimpft werden soll – wenn er denn will.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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