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MEINUNG

Impfstoff Astrazeneca: Hoffnung wird zum Ladenhüter

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Andreas Beez

Wenn es um die Verantwortlichen für die desaströse Impfbilanz geht, deuten die Krisenmanager in Berlin und München gerne nach Brüssel. Dort dürfen die EU-Versager um Kommissionschefin von der Leyen weiter seelenruhig vor sich hin dilettieren – und das, obwohl sie sich bei der Impfstoffbeschaffung angestellt haben wie Kindergartenkinder, die über die Verteilung roter, weißer und grüner Gummibärchen verhandeln.

Der zweite strategische Kardinalfehler ist made in Germany: Niemals hätte man die Hausärzte, die ihre Patienten aus dem Effeff kennen, bei der Organisation der Impfkampagne so lang stiefmütterlich behandeln dürfen. Jetzt wurden ihnen auch noch die endlich zugesagten Biontech-Dosen gekürzt, stattdessen sollen sie ihren Patienten Astrazeneca schmackhaft machen.

Wie schwer das inzwischen ist, zeigt der Fall einer Fürstenfeldbrucker Ärztin. Wenn sie Biontech-Impfstoff haben will, muss sie auch eine bestimmte Mindestmenge Astrazeneca abnehmen. Der britische Impfstoff, einst als Hoffnungsträger gepriesen, ist zum Ladenhüter geworden. Es gibt nur eine Chance, dass Potenzial dieses nach wie vor wertvollen Impfstoffs auszuschöpfen: ihn für alle freizugeben, die das minimale Risiko einer schweren Nebenwirkung eingehen, um ein Stück Freiheit zurückzugewinnen.

Politik@ovb.net

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