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Meinung

Wieder Tote bei Amoklauf: Hilflos in Washington

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Friedemann Diederichs

Und wieder wurde die Nationalflagge über dem Weißen Haus auf halbmast gesetzt. Es ist eine der wenigen Aktionen, die den beim Kampf gegen die Schusswaffen-Gewalt im Land weiter hilflos wirkenden Regierenden noch bleibt.

Am Mittwoch hatte ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe in San Jose (Kalifornien) neun Kollegen und dann sich selbst getötet. Das Jahr 2021 bescherte den USA bislang einen steilen Anstieg an Massen-Schießereien und den Opferzahlen. Präsident Joe Biden appellierte nun erneut an den Kongress, verschärfte Maßnahmen zur Waffenkontrolle auf den Weg zu bringen.

Doch auch Biden gibt sich dabei der Illusion hin, neue Gesetze könnten den Blutzoll im Waffennarren-Paradies USA verringern. Bei den meisten Amokläufen dieses Jahres waren die Tatwaffen legal erworben worden – was auch einen Hintergrund-Check durch das FBI beinhaltete. Bei keinem der Käufer hatte man Auffälligkeiten gefunden. Doch die Vorschläge der Demokraten setzen bei eben jenen legalen Käufen mit Prüfung nicht an – auch weil die Volksvertreter wissen, dass sie sich dabei auf politisch sehr dünnes Eis begeben würden.

Was also bliebe, um die Zahl der Waffen – fast 400 Millionen sollen im Umlauf sein – zu reduzieren? Eine staatliche Konfiszierung, wie es Neuseeland praktiziert hat? Dazu bräuchte es eine Verfassungsänderung, für die eine Mehrheit fehlt. Opferreiche Amokläufe werden leider noch lange zum „American way of life“ gehören.

Redaktion@ovb.net

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