Meinung

Zank in der Bayern-Koalition: Gegrummel an der Basis

Mike Schier
+
Mike Schier

Zwischen der CSU und den Freien Wählern sinkt die Stimmung in der Koalition, das schadet Ministerpräsident Markus Söder

Es war Markus Söder am Mittwoch ein Bedürfnis, seine Koalition und die Zusammenarbeit mit den Freien Wählern zu preisen. Zu viel ist zuletzt gegrummelt worden: in den Reihen der CSU über den zögerlichen Kultusminister Piazolo sowie den (von Söder erdachten) Bonus für digitalaffine Lehrer. Und bei den Freien Wählern über den stets vorpreschenden Ministerpräsidenten im Allgemeinen und seine Teststrategie im Besonderen.

Vor allem bei den Freien Wählern ist der Meinungspluralismus inzwischen beachtlich: Während Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gerne „verhältnismäßige Maßnahmen“ anmahnt, ruft Fraktionschef Florian Streibl nach einem „richtigen Lockdown mit klaren Konsequenzen“. Das spiegelt auch den wachsenden Druck an der Basis wider: Allensbach notiert aufmerksam, wie die riesige Mehrheit für die Corona-Maßnahmen zu bröckeln beginnt. Es gärt. Für die Freien Wähler, per Definition eine frei denkende Truppe, gilt das sicher besonders.

Söder kann diese Entwicklung nicht gefallen. Sein Erfolg in den Umfragen speist sich zu einem Großteil aus dem Bild von Führungsstärke, auch deshalb gilt der Chef der kleinen CSU selbst im Norden als potenzieller Kanzlerkandidat. Das Gezänk daheim stört dieses Bild gewaltig.

Schreiben Sie dem Autor: Mike.Schier@ovb.net

Kommentare