Klimawandel als Asylgrund? Comeback der Moralkeule

Klimawandel als Asylgrund? Comeback der Moralkeule .

ALEXANDER WEBER

Der Höhenflug der Grünen scheint unaufhaltsam. Sogar Spekulationen über einen baldigen „Bundeskanzler Dr. Habeck“ greifen um sich. In der Tat übt die neue jugendliche Parteiführung der Doppelspitze Habeck/Baerbock auch Anziehungskraft auf jene Wählerschichten in der bürgerlichen Mitte aus, die von Union und SPD enttäuscht eine neue politische Heimat suchen. Dieser pragmatische Kurs passt allerdings nicht allen Grünen. Pünktlich zum Parteitag zur Europawahl hat sich Claudia Roth mit einer Forderung zu Wort gemeldet, die an die alten, moralinsauren Kreuzzüge der Grünen erinnert.

In einem Interview fordert die Bundestagsvizepräsidentin, die Kriterien für das Recht auf Asyl um den Klimawandel zu erweitern. Begründung: Europa sei schließlich ein Hauptverursacher der Klimakrise und habe deshalb quasi eine Pflicht, die Türen für Migranten zu öffnen. Statt die Moralkeule zu schwingen und halb Afrika ein Zugangsrecht nach Europa zuzubilligen, wäre das Gegenteil richtig: Es liegt in unserem wohlverstandenen deutschen und europäischen Interesse, uns wirtschaftlich in Afrika zu engagieren, damit die Menschen weiter in ihrer Heimat leben können. Stichwort: Marshall-Plan für Afrika, wie ihn CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller fordert. Das Asylrecht muss ein Schutzwall gegen individuelle Verfolgung bleiben. Wer es auf alle Widrigkeiten des Lebens ausweitet, hebelt es im Grunde aus.

Alexander.Weber@ovb.net

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