Das Klimapaket und die Autos Werden diesmal Träume wahr?

Das Klimapaket und die Autos. Werden diesmal Träume wahr?

ALEXANDER WEBER

Die große Verbotskeule, die mancher mit dem neuen Klimapaket bereits bedrohlich über unseren Köpfen herumschwingen sah, hat die Große Koalition im Schrank der Folterwerkzeuge belassen. Allerdings sind Zweifel erlaubt, ob so manche Maßnahme, die das Alltagsleben der Menschen betrifft, wirklich zu jenen Erfolgen führt, auf die die Regierung hofft. Etwa die Erhöhung des Spritpreises. Die Älteren unter uns erinnern sich noch an die von Rot-Grün vor der Jahrtausendwende beschlossene Ökosteuer, die an den Zapfsäulen der Tankstellen erhoben und umweltpolitische Wunderdinge bewirken sollte. Heute wissen wir: eine Mogelpackung! Die Ökosteuer brachte der Natur fast gar nichts – ihren Segen entwickelte sie für das Rentensystem, dessen Milliardenlöcher durch die Mehreinnahmen gestopft wurden. Diesmal soll alles fürs Klima investiert werden – mal abwarten.

Die Verteuerung des Sprits durch eine Anhebung der Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer sozial abzufedern, ist zwar richtig, deren Begrenzung bis 2026 aber sehr optimistisch. Glaubt die Koalition ernsthaft, dass bis dahin die E-Infrastruktur auf dem Land so gut sein wird, dass auch Fernpendler auf Stromer umsteigen werden? Skepsis ist angesagt: Die Große Koalition träumte zu Beginn des Jahrzehnts davon, dass bis 2020 eine Million E-Fahrzeuge Deutschlands Straßen befahren würden. Nicht mal 100 000 Fahrzeuge sind es bisher geworden.

Alexander.Weber@ovb.net

Kommentare