Klima-Debatte in den Städten Panik ist der falsche Ratgeber

Klima-Debatte in den Städten. Panik ist der falsche Ratgeber .

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

„Panik“ fordert die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg wieder mal von allen Politikern dieser Erde. Ihr naiver Wunsch ist vielerorts längst in Erfüllung gegangen. Die nötige Debatte über sinnvollen Klimaschutz schaukelt sich zwischen den Extremen hoch, jetzt auch schon auf lokaler Ebene. Die Beispiele werden immer schriller. In Berlin rufen sie den „Notstand“ aus, nicht wegen des Versagens der grün-linken Stadtregierung auf fast allen zentralen Politikfeldern, sondern aus Angst ums Klima. Wohl dem, der die Gnade der späten Geburt genießt und nie miterleben musste, was ein wirklicher Notstand ist.

Sicher ist auch gut gemeint, wenn die Kleinstadt Vilshofen angeblich umweltbewussten Bürgern grüne Nummern ans Haus klebt. Als Lob für tadelloses Handeln, oder zumindest das moralisch fehlerfreie Ausfüllen von Fragebögen über Fleischkonsum (böse), Rasenmähen (böse) und Komposthaufenpflege (gut). Der Umkehrschluss ist halt leider eine Brandmarkung jener Bürger mit den alten blauen Hausnummern als Umweltsünder. Ob sie nicht wollen oder ob sie sich Ökomarkt und E-Auto schlicht nicht leisten können – schnurzegal. Wer seine Bevölkerung spalten will, muss es genau so anstellen.

Moralpolitik mit dem Holzhammer fühlt sich kurzfristig überlegen an, kann aber nicht auf Dauer funktionieren – weil sich Menschen, die für abgewogenes Handeln zu gewinnen wären, radikal davon abwenden. Panik ist nicht das Gegenstück zum Ignorieren von Problemen, sondern leider nur die Kapitulation der Vernunft vor dem Reflex.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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