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Der Ruf nach Lockerungen der Corona-Regeln: Kleine Schritte, nicht stolpern

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  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Alle reden über Lockerung, doch die deutsche Corona-Politik steckt gerade eng in der Klemme. Die Inzidenzen sinken, endlich, die 50er-Schwelle ist in Sichtweite, die Geduld in Teilen des Landes sinkt.

Gleichzeitig steigt die Zahl der Infektionen mit der gefährlichen britischen Virusmutation, die Wissenschaft erahnt gerade, dass B117 junge Altersgruppen besonders attackiert, die Impfungen laufen schleppend. Wer jetzt schwungvoll lockert, tappt mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Sebastian-Kurz-Falle: stark anfangen, stark nachlassen, am Ende als erratischer Krisenmanager vor Abriegelungen stehen.

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Aus der Klemme gibt es für diese Woche einen Ausweg. Leichte Lockerung, symbolische Schritte: Wer, sei’s drum, Friseure bald öffnet, schafft gewiss keine neuen Hotspots, gibt aber ein Stück Alltag zurück. Weit riskanter wäre der virologische Blindflug, Schulen eilig zu öffnen, am Ende gar ohne lückenlose Testkonzepte. Jetzt, wo der Digitalunterricht halbwegs funktioniert und die Notbetreuung großzügig läuft, ist das noch nicht zwingend. Eine weitere Stellschraube: Kontaktlimits. Die Regel „Haushalt plus eine Person“ ist schleichend gefährlich, weil sich viele Menschen, gerade Paare, bewusst nicht mehr daran halten.

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Weiteren Druck aus der Debatte kann ein kluger Zeitplan nehmen. Die Politik sollte jetzt klare Öffnungsperspektiven an Zahlen – nicht Zeitpunkte – koppeln. Im Zentrum wird, wenn auch nicht allein, die 50er-Inzidenz stehen (was sonst, die Politik redet ja seit Monaten über 50). Das gibt Hoffnung für die Zeit bis Ostern, aber auch Klarheit, dass nach Plan und nicht nach Laune gelockert wird.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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