Kommentar

Knapper Grippeimpfstoff: Klare Regeln statt Impfchaos

-
+
ANDREA EPPNE

Jeder soll sich gegen die Grippe impfen lassen: Dazu hatte der Bundesgesundheitsminister aufgerufen. Grundsätzlich schon richtig. Nur: Dass diese Rechnung nicht aufgeht, war von vornherein klar.

Selbst die Rekordmenge von mehr als 26 Millionen Impfdosen reicht nicht aus, wenn am Ende rund 83 Millionen Menschen eine Spritze wollen. Ob die aktuellen Engpässe nur vorübergehend sind, kann somit keiner sicher sagen.

Coronavirus im Landkreis Rosenheim: Kommt jetzt die Maskenpflicht in der Fußgängerzone?

Das hätte man längst regeln können

Natürlich wird sich nicht jeder impfen lassen. Nur: Wie viele es tatsächlich sein werden – das lässt sich in einem Jahr, in dem alles anders ist, kaum planen. Das ist auch in Ordnung. Man hätte es aber klarer kommunizieren müssen – und vor allem: Regelungen finden, die Risikogruppen wie Senioren, chronisch Kranke und Personal in Medizin und Pflege bevorzugen. Regeln, die sicherstellen, dass selbst derjenige noch eine Impfung bekommt, der erst im Januar von seiner schweren Erkrankung erfährt. So aber krempelt schon jetzt der gesundheitsbewusste und sportliche 30-Jährige, im Homeoffice arbeitend, den Ärmel für die Spritze hoch. Auch ihm ist der Impfschutz vergönnt. Für andere ist er aber wichtiger. Es reicht nicht, dass viele Hausärzte von sich aus bevorzugt Risikogruppen impfen.

Bekomme ich eine Impfung oder nicht? Diese Frage sollte gerade vor diesem Corona-Winter nicht von der Wahl des Hausarztes abhängen. Es muss fair und gerecht zugehen. Das hätte man längst regeln können – und müssen.

Andrea.Eppner@ovb.net

Kommentare