Die neuen Corona-Beschränkungen: Klare Grenzen sind nötig

SEBASTIAN HORSCH
+
SEBASTIAN HORSCH

Deutschland steht ein schwieriger Corona-Herbst bevor. Die Infektionszahlen steigen beständig.

Das Virus wird unseren Alltag nach einem vergleichsweise entspannten Sommer wieder stärker bestimmen. So sieht es aus.

Die gute Nachricht: Da das fast genau so zu erwarten war, besteht derzeit kein Grund zur Panik. Dass die Zahlen steigen werden, wenn sich das Leben wieder zunehmend nach drinnen verlagert, war klar. Entscheidend wird sein, wie wir damit umgehen. Der Virologe Hendrik Streeck hat Recht, wenn er davor warnt, sich nun aus Angst heraus nur immer weitere Einschränkungen des normalen Lebens einfallen zu lassen. Es braucht stattdessen regional flexible Lösungen, die möglichst viel von genau diesem Leben zulassen. Doch damit das funktioniert, müssen jetzt auch dort klare Grenzen gezogen werden, wo sie nötig sind. Was nützen schließlich all die verkniffenen Kneipen-Runden mit Freunden und die vielen maskierten Bahnfahrten, wenn nur eine einzige private Großhochzeit jederzeit eine ganze Stadt in den roten Bereich kippen lassen kann?

Es ist deshalb richtig, dass Bund und Länder die Teilnehmerzahlen für Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf 50 beschränken wollen, wenn die Infektionen in einer Region deutlich ansteigen. Auch in privaten Räumen sollte die Obergrenze im Ernstfall nicht so einfach umgangen werden können. Denn mit Empfehlungen alleine wird die Politik nicht zu allen Feierfreudigen, grundsätzlichen Corona-Anzweiflern oder abseits der öffentlichen Debatte lebenden Migranten durchdringen.

Sebastian.Horsch@ovb.net

Kommentare