Keine zweite Chance für Kinderschänder

Sexualisierte Gewalt. BARBARA NAZAREWSKA.

Haben Sie Kinder? Dann würden Sie vermutlich alles dafür tun, sie zu beschützen. Und auch sicher dafür plädieren, Kinderschändern mit der größtmöglichen juristischen Härte zu begegnen. Das Landgericht Freiburg hat jetzt einen ehemaligen Fußballtrainer zu Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein starkes Urteil, hoffentlich mit Signalwirkung! Dieser Mann hat jahrelang Buben sexuell missbraucht, deren Vertrauen und auch das ihrer Eltern ausgenutzt. Solche Menschen verdienen keine zweite Chance, sie gehören weggesperrt – zum Schutz unserer Kinder.

In Deutschland werden pro Tag 43 Kinder Opfer sexueller Gewalt. Das ist die offizielle Zahl – das Bundeskriminalamt geht von einer noch viel höheren Dunkelziffer aus. Nur ein Bruchteil der Täter kommt tatsächlich vor Gericht. Und die wenigsten von ihnen werden zu einer Sicherungsverwahrung verurteilt. Warum nicht mehr? Kinderschänder sind meist Wiederholungstäter! Ihre Opfer leiden ein Leben lang.

Es ist überfällig, dass Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) jetzt empfindlichere Strafen bei „sexualisierter Gewalt gegen Kinder“ plant. Nur: Das allein reicht nicht. Wir alle müssen viel genauer hinschauen. Es kann doch nicht sein, dass – wie jetzt im Fall Freiburg – ein Jugendtrainer jahrelang Kinder missbraucht. Und niemand will etwas bemerkt haben. Eine Schande.

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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