Keine Normalität – aber ein Fortschritt

Neustart der Bundesliga. ARMIN GIBIS.

Es ist ja nicht so einfach in diesen trüben Tagen, sich für den Fußball bedenkenlos in die Bresche zu werfen. Überall kursiert Skepsis gegenüber einer Branche, die viele für zu Unrecht maßlos privilegiert halten. Nur scheint dabei ganz in Vergessenheit geraten zu sein, dass es in der Vergangenheit gerade der Fußball war, der hierzulande für rauschhafte Kollektiverlebnisse sorgte. Etwa beim Gewinn der WM 2014. Und auch im Alltag zieht der Nationalsport regelmäßig Millionen in den Bann, erfüllte sein Publikum mit Glücksgefühlen oder wenigstens mit entspannender Unterhaltung. Gibt es also doch gute Gründe, sich in der Corona-Krise auf den Neustart der Bundesliga zu freuen?

Sicher, wenn ab Samstag in deutschen Stadien wieder der Ball rollt, dann bedeutet das noch keineswegs die Rückkehr zur Normalität. Denn Geisterspiele und die Vorschriften eines Hygienekonzepts bezeichnen einen noch nie da gewesenen Ausnahmezustand. Doch die Fortsetzung der Bundesligasaison bedeutet immerhin einen Fortschritt. Es geht – endlich – weiter. Man setzt also auf das Prinzip Hoffnung. Und nicht auf Stillstand. Verantwortungsvolle Regulierung des Spielbetriebs vorausgesetzt, ist dies sicher ein positives Signal.

Vom Fußball könnten somit Impulse ausgehen, die die gesamte gesellschaftliche Stimmungslage etwas aufhellen. Nur ist auch klar: Die DFL geht ein Wagnis ein. Durchaus denkbar ist, dass es sportliches Chaos und Scheitern mit sich bringt. Das Risiko ist unvermeidbar. So wie derzeit in vielen Bereichen des Lebens.

Armin.Gibis@ovb.net

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