Meinung

Opfer von Missbrauch in der Kirche haben Hilfe und Wahrheit verdient

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Eine Stiftung für Missbrauchsopfer innerhalb der Kirche ist ein erster Schritt, den Menschen zu helfen. Ihre Heilung hängt auch davon ab, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Reinhard Marx hatte vor zehn Jahren die Dimension des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche sofort erfasst. Das ist keine Affäre, die nach wenigen Jahren mit dem Schleier des Vergessens zugedeckt werden kann. Die – für aktuelle und ehemalige Bischöfe – schmerzhafte Aufarbeitung der Vertuschung zeigt, dass nicht überall der Ernst der Lage erkannt wird. Während die Bistümer Aachen und Münster die Verantwortlichen beim Namen nennen, will das Erzbistum Köln ein fertiges Gutachten – wenn überhaupt – nur Einzelpersonen zugänglich machen. Ein Desaster für alle Transparenz-Bemühungen.

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In dieser Situation ist die Stiftung von Kardinal Marx ein Lichtblick. Er gibt 500.000 Euro aus seinem Privatvermögen, um Missbrauchsopfern pastoral zu helfen. Er will denen, die auch religiös traumatisiert sind, Heilung ermöglichen. Marx zieht Konsequenzen aus eigenen Versäumnissen. Werden andere Bischöfe seinem Vorbild folgen? Wird es jemals einen Rücktritt geben aus Einsicht in eigenes Versagen? Die Wahrheit drängt ans Licht. Im Münchner Erzbistum soll 2021 veröffentlicht werden, wer vertuscht hat. Heilung für die Opfer gibt es nur, wenn Verantwortliche ihre Schuld eingestehen.

Schreiben Sie der Autorin: Claudia.Moellers@ovb.net

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