Kanzlerin: Sind in historischer Krise Brauchen Rettungsschirm für die Bürger

Kanzlerin: Sind in historischer Krise. Brauchen Rettungsschirm für die Bürger.

GEORG ANASTASIADIS

Trumps Amerika hat die Corona-Krise, man muss es so hart sagen, wochenlang verpennt. Aber jetzt läuft die Rettungsmaschine auf Hochtouren: Die Notenbank Fed hat das Steuer herumgerissen und die Zinsen brutalstmöglich Richtung null Prozent gedrückt. Und der Präsident lässt Helikopter-Geld abwerfen: Jeder Haushalt soll im Durchschnitt Schecks über insgesamt 4000 Dollar erhalten. „Die Amerikaner brauchen jetzt Cash“, sagt der Finanzminister.

Richtig. Und nicht nur die Amerikaner. Auch Deutschland muss lernen, dass ungewöhnliche Zeiten ungewöhnliche Maßnahmen erfordern. Wenn Millionen Taxler, Kulturschaffende, Ladeninhaber, Wirte und andere von der Krise hart getroffene Menschen von heute auf morgen unverschuldet mittellos dastehen, die Miete nicht mehr zahlen und Einkäufe nicht mehr erledigen können, ist es nicht die Zeit für langwierige Antragsprozeduren; auch Steuerstundungen helfen dann nicht schnell genug. Die Verbraucher müssen zahlungsfähig gehalten werden, bevor ganze Kreisläufe kollabieren und die Wirtschaft in die Depression abrutscht. Helikopter-Geld wirkt ohne Zeitverzug.

Und mit einem Rettungsschirm für die Bürger wird es nicht getan sein. Die Krise wird den Staat zwingen, sich am Aktienkapital von Unternehmen zu beteiligen. „Think big“ war Amerikas Erfolgsrezept schon in der Finanzkrise 2007: Anders als die Europäer hat die US-Regierung die großen Banken zwangsverstaatlicht, zurück in die Erfolgsspur gebracht, später re-privatisiert und so viel Geld für den Steuerzahler verdient. In Deutschland, wo das nicht passierte, sind große Geldhäuser heute Zombies. Die EZB hat sich im Kampf gegen die Corona-Folgen bereits für unzuständig erklärt. Die Kombination aus einem historisch beispiellosen Angebots- und Nachfrage-Doppelschock, resultierend aus dem von der Regierung angeordneten unumgänglichen Shutdown, droht zu einem wirtschaftlichen Armageddon zu werden. Die Kanzlerin hat Recht: Unser Land steht vor der größten Herausforderung seit dem Krieg. Jetzt muss sie aber auch entsprechend handeln.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

Kommentare