Er kandidiert für den CDU-Vorsitz Mit Merz kehrt die Emotion zurück

Er kandidiert für den CDU-Vorsitz. Mit Merz kehrt die Emotion zurück .

GEORG ANASTASIADIS

Man kann gegen Friedrich Merz Vieles vorbringen: seine Vergangenheit bei Blackrock, seine Arroganz, die er andere gern spüren lässt, die Unbedingtheit, mit der er auf sein Ziel hinarbeitet und dabei auch mal übers Ziel hinausschießt. Aber eines kann ihm keiner absprechen: Mit Merz kehrt die Leidenschaft, die Emotion in die Politik zurück – und damit eine Energie, die Angela Merkel mit ihrer Art des Heruntermoderierens in 15 Jahren rückstandsfrei entfernt hat. Doch genau diese Energie braucht die Demokratie. Es ist ihr Elixier.

Ist Merz ein Konservativer, ein Polarisierer? Ja, er ist es, zum Glück: Mit ihm kehrte, wenn er die Kanzlerkandidatur erränge, auch die Alternative zurück, im guten Sinne. Die Wähler wüssten endlich wieder, wofür die Union steht, wofür die Grünen eintreten und wofür die SPD kämpft. Das wäre im Hinblick auf die notwendige Eindämmung der AfD ein unschätzbarer Vorteil, und es stünde mitnichten einem späteren schwarz-grünen Bündnis im Wege. Denn dieses kann überhaupt nur funktionieren, wenn beide Parteien von selbstbewussten Personen angeführt werden, denen die Wähler glauben, dass sie auf den Kernbestand ihrer Programmatik gut aufpassen – so wie es Sebastian Kurz in Österreich tut.

Es ist konsequent, dass Merz sich als Erster aus der Deckung wagt: Er ist nicht der Mann der Hinterzimmer, in denen die CDU-Strippenzieher gerade einen anderen ausmauscheln wollen. Der 64-jährige ist ein Kämpfer und in Stil und Inhalt der Gegenentwurf zu Armin Laschet, den die Kanzlerin auserkoren hat, ihr Erbe zu verteidigen. Die CDU steht vor einer historischen, einer Schicksalswahl.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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