Meinung

Nawalnys Rückkehr nach Russland: Kampf mit allen Härten

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  • vonMarc Beyer
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Es ist ein fast schon filmreifer Stoff, der sich da im realen Leben abspielt. Am Sonntag kehrt Alexej Nawalny nach Moskau zurück, viereinhalb Monate nach einem Mordanschlag, hinter dem wohl der russische Geheimdienst steckt.

Der Oppositionspolitiker hat mit spektakulären Interviews und Recherchen seinen Fall ausgeleuchtet, Täter identifiziert und auch die Methode (Gift an den Innennähten der Unterhose). Er hat den Kreml auf beispiellose Weise bloßgestellt. Die Welt fragt sich: Wird es einen weiteren Versuch geben, ihn zum Schweigen zu bringen?

Das öffentliche Interesse mag einen Schutz bewirken, doch der Willkür der Staatsführung ist Nawalny weiterhin ausgesetzt. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass in Russland das Gefängnis auf ihn wartet. Die Begründung – Verletzung von Bewährungsauflagen – klingt auf fast schon beleidigend offensichtliche Weise vorgeschoben. Der Umgang mit Nawalny folgt dem Muster, das Putin und sein Apparat im Umgang mit allen Kritikern an den Tag legen.

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Nawalny weiß, was ihn erwartet, dennoch bleibt ihm gar nichts anderes übrig als die Rückkehr. In Deutschland wäre er sicherer, aber politisch zur Bedeutungslosigkeit verurteilt. Den Kampf gegen Korruption und Willkür kann er nur vor Ort führen. Mit allen Härten, die Putin ihn wird spüren lassen.

Marc.Beyer@ovb.net

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