Kahn-Start beim FC Bayern Weiter, immer weiter HANNA RAIF

Kahn-Start beim FC Bayern. Weiter, immer weiter .

HANNA RAIF

Die Bilder von diesem Tag im Jahr 1986 wurden vor wenigen Monaten noch mal herausgekramt. Jung-Manager Uli Hoeneß an seinem Schreibtisch, der standesgemäß ausgestattet war mit zwei Festnetztelefonen. Eine Aufnahme, die symbolisch steht für die Entwicklung, die der FC Bayern in den vergangenen gut 30 Jahren genommen hat. Hoeneß hat – mit Karl-Heinz Rummenigge – eine Ära geprägt. Gelingt das auch Oliver Kahn?

Seit gestern gibt es also neue Bilder, die irgendwann, in ein paar Jahren oder Jahrzehnten, wieder herausgekramt werden. Mit der Vorstellung von Vorstandsmitglied Kahn hat der Club das geschafft, was viele ihm lange nicht zugetraut haben. Die Alphatiere lösen sich von ihren Stühlen, der Verein rüstet sich für die Zukunft. Schritt für Schritt. Ab 2022 wird es auch ohne Rummenigge gehen müssen. Und auch wenn Ex-Torhüter Kahn noch Nachhilfe braucht, hätte es eine bessere Wahl für die zweifellos großen Fußstapfen nicht geben können.

Der Rücktransfer von Kahn folgt dabei einem klaren Muster. Wohl kein zweiter Verein in den großen fünf europäischen Ligen versteht es besser, alte Helden in verantwortliche Positionen einzubinden, als der FC Bayern. Kahn umgibt eine Aura, die im Dialog mit den Stars genauso ankommt wie in Verhandlungen auf der Chefetage. Dass er im Vorstand unterstützt wird von Fachmännern ohne Fußballvergangenheit, ist nur förderlich. Auch da gehen die Bayern mit der Zeit. „Weiter, immer weiter“, sagte Kahn ja einst. Und sein Schreibtisch hat zweifellos mehr zu bieten als zwei Festnetzanschlüsse.

Hanna.Raif@ovb.net

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