K-Frage bis zum Sommer offen? Der AKK-Plan geht nach hinten los

K-Frage bis zum Sommer offen? Der AKK-Plan geht nach hinten los .

GEORG ANASTASIADIS

Wenigstens einmal im Leben, so spottete gestern eine Schweizer Zeitung, hatte die „Mini-Merkel“ Annegret Kramp-Karrenbauer ihrer Ziehmutter etwas voraus: Sie habe den richtigen Zeitpunkt für den Rücktritt nicht verpasst. Das ist leider nur halb wahr: Kramp-Karrenbauers Plan, sich nach der Rückzugsankündigung nun monatelang Zeit zu lassen damit, die Kür des Kanzlerkandidaten „von vorne“ zu führen, wird mächtig nach hinten losgehen. Er zeigt, dass die Saarländerin die Mechanismen der Macht bis zuletzt nicht verstanden hat. Sie will die CDU in einer Art Schwebezustand halten – und setzt sie damit einem Richtungsstreit aus, der das Zeug hat, die in zwei Teile zerfallene Partei für immer zu zerreißen.

In dem Moment, in dem sie Merkel den Parteivorsitz vor die Füße geworfen hat, ist AKKs ohnehin schwache Autorität vollends erloschen. Was danach kommt, ist ein Guerillakampf bis hinein in kleinsten Parteigliederungen – falls, was nicht ausgeschlossen, aber im Moment auch nicht sehr wahrscheinlich ist, die beiden Flügel-Anführer Armin Laschet und Friedrich Merz sich nicht auf einen gemeinsamen Vorschlag verständigen. Markus Söder könnte ein Kompromisskandidat sein, der bürgerlichen Unionswählern endlich wieder eine Heimat gibt. Doch sich auf ihn zu verständigen, dürfte die Egos der beiden CDU-Platzhirsche vor unüberwindliche Hürden stellen.

Nein: Dieser Zeitplan kann nicht funktionieren. Zieht die Union ihn dennoch durch, hat Deutschland schon im Sommer mit Grünen und AfD zwei neue Volksparteien. Und eine weitere Volkspartei a.D.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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