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Große Trauer um Karl Dall: TV-Ikone und Komiker gestorben

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Große Trauer um Karl Dall: TV-Ikone und Komiker gestorben

Schock in der TV-Welt: Komiker und TV-Legende Karl Dall ist gestorben! Vor Kurzem wurde er wegen …
Große Trauer um Karl Dall: TV-Ikone und Komiker gestorben

Johnson zu Gast in Berlin Die EU muss solidarisch bleiben

Johnson zu Gast in Berlin. Die EU muss solidarisch bleiben .

MIKE SCHIER

Er hat sich Zeit gelassen: Erst einen guten Monat nach seiner Vereidigung macht Boris Johnson heute und morgen den für London so wichtigen Verbündeten in Berlin und Paris seine Aufwartung. Dieses (un-)diplomatische Zögern spiegelt die Verachtung wider, die der Premierminister von der Insel für den Kontinent empfindet. Seiner Reise voraus schickt er einen Brief nach Brüssel, der Forderungen auflistet – so, als müsse sich allein die EU bewegen, um einen Brexit ohne Abkommen zu verhindern.

Es wirkt nicht so, als sei der Premier an wirklichen Verhandlungen im Sinne einer für beide Seiten akzeptablen Lösung interessiert. Vielmehr scheint ihm mit Blick auf anstehende Wahlen nur daran gelegen, die Schuld für eventuelle Verwerfungen nach einem harten Brexit anderen in die Schuhe zu schieben. Denn die Warnleuchten in London blinken längst: Interne Regierungsdokumente prognostizieren bei einem harten Brexit schon Mängel an Lebensmitteln, Medikamenten und Benzin, aber auch steigende Sozialkosten und ein Chaos an den Häfen. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie Boris Johnson im Wahlkampf dann auf Brüssel schimpfen wird und noch ein bisschen mehr die nationalistische Karte spielt.

Aber auch für die EU geht es um viel, sehr viel: Denn kleinere Mitgliedsstaaten beobachten sehr genau, wie weit die Solidarität der Großen mit dem kleinen Irland reicht, dessen Grenze eines der zentralen Probleme des Konflikts ist. Das berührt die Kernidee des geeinten, weil solidarischen Europas. Donald Trump will diese Union schon lange zerschlagen. Kein Wunder, dass er Johnson mit der Aussicht auf ein „fantastisches“ Handelsabkommen anfeuert. Man kann nur hoffen, dass alle in Brüssel und anderen EU-Hauptstädten kühlen Kopf behalten.

Mike.Schier@ovb.net

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