40 Jahre Revolution im Iran Das verunsicherte Mullah-Regime

40 Jahre Revolution im Iran. Das verunsicherte Mullah-Regime .

MARCUS MÄCKLER

Das war Propaganda wie aus dem Lehrbuch. Ein Präsident, der die Aufrüstung des Landes beschwor. Jubelgäste, die „Tod Israel“ riefen. Und über allem das Bild einer großen Verschwörung mit dem Drahtzieher USA. Der (offizielle) Iran feierte den 40. Jahrestag der Islamischen Revolution so überschwänglich und an sich selbst berauscht, wie es nur autoritäre Systeme tun – vor allem die verunsicherten. Denn auch die Mullahs wissen, dass die alten Erzählungen, mit denen sie lange von den eigenen Fehlern ablenken konnten, immer weniger verfangen.

In Wahrheit steckt die Islamische Republik 40 Jahre nach Gründung in ihrer wohl tiefsten Krise. Der Geist des grimmen Ajatollah Chomeini ist verflogen, seine Erben wirken jenseits pompöser Feiern ideen- und kraftlos. Dass der Erzfeind USA an Wirtschaftsmisere, Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung schuld sein soll, die vor einem Jahr Zigtausende im ganzen Land auf die Straßen trieben, glauben auch nur noch die härtesten Realitätsverweigerer. Die junge Generation ist indes viel liberaler, offener und freiheitsliebender, als es vordergründig den Anschein macht.

Gut möglich, dass sich das Regime auch noch durch die nächsten Jahre wird mogeln können. Aber die Zukunft gehört der alten Garde nicht.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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