Ein Jahr Volksbegehren Artenschutz braucht einen langen Atem

Ein Jahr Volksbegehren. Artenschutz braucht einen langen Atem .

DOMINIK GÖTTLER

Ein Jahr ist es her, dass Bayerns Bürger für die Rettung der Biene vor den Rathäusern Schlange standen. Zwölf Monate danach und ein Versöhnungsgesetz später rumpelt es zwar hier und da noch bei der Umsetzung des neuen Naturschutzgesetzes. Doch das Signal, das von dem Volksbegehren ausging, ist nach wie vor aktuell: Die Bevölkerung hat der schwarz-orangen Staatsregierung eine umweltfreundlichere Politik diktiert – mit Vorbildcharakter für andere Bundesländer.

Dass die Initiatoren nun einen externen Wissenschaftler damit beauftragt haben, der Staatsregierung bei der Umsetzung auf die Finger zu schauen, mag ein Versuch sein, die Deutungshoheit über das eigene Projekt nicht zu verlieren. Aber klar ist: Wenn die Staatsregierung beim Artenschutz wirklich eine Umkehr hinbekommen will, braucht sie einen langen Atem. Denn viele Maßnahmen aus dem Volksbegehren wie Gewässerrandstreifen oder Überlebensinseln im Wald sind zwar wichtige Bausteine im Kampf gegen den Artenschwund. Für eine Trendumkehr auf den Roten Listen reichen sie aber nicht aus.

Hier ist mehr gefragt: Etwa eine Bremse beim Flächenverbrauch, bei Emissionen aus Verkehr und Industrie oder ein insektenfreundlicherer Umgang mit öffentlichen Grünflächen. Und da ist die Staatsregierung den Beweis bislang schuldig geblieben, dass sie bereit ist, neben den Bauern auch andere Akteure in die Pflicht zu nehmen.

Dominik.Goettler@ovb.net

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