Italiens Bürgergeld Roms Populisten entzaubern sich

Italiens Bürgergeld. Roms Populisten entzaubern sich .

INGO-MICHAEL FETH

„Avanti dilettanti“ – auf diese griffige Formel ließe sich bringen, was derzeit Italiens Populisten an den Schalthebeln der Macht vorführen. Der wichtigste Wahlkampfhit der „Fünf Sterne“-Bewegung zerschellt an den Zwängen der Realität: Aus dem groß angekündigten Grundeinkommen wird ein Almosen.

Mit dem solidarischen Bürgergeld für sozial Schwache wollten die Populisten jener beträchtlichen Anzahl von Mitbürgern helfen, die in den Jahren der Krise in die Armut abgerutscht waren. Das sündteure Versprechen begeisterte aber nicht nur die Menschen im wirtschaftlich abgehängten Süden des Landes. Auf dieser Welle surften die Antieuropäer bis an die Regierung. Während die Lega von Matteo Salvini rasch beim Thema Sicherheit punkten konnte, hatte Newcomer Luigi Di Maio mit der Umsetzung des „Reddito di Cittadinanza“ die härteste Nuss zu knacken. Er ist, so lässt sich heute feststellen, an seiner Aufgabe grandios gescheitert. Und damit das große Illusionstheater der Populisten.

Es zeigt sich nun offen: Hinter einer Nebelwand aus großmäuligen Versprechungen, wüster Systemkritik und viel heißer Luft lauern in Italiens Regierung ökonomische Inkompetenz und politische Unvernunft. Zu besichtigen ist in Rom ein Lehrstück, das vielleicht gerade noch rechtzeitig vor den Europawahlen seine Wirkung bei den Bürgern entfalten kann.

Politik@ovb.net

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