IS-Rückkehrer Unbequeme Fragen MARCUS MÄCKLER Man kann Kinder nicht für die Taten ihrer Eltern verantwortlich machen, und seien sie noch so abstoßend.

IS-Rückkehrer. Unbequeme Fragen .

MARCUS MÄCKLER

Man kann Kinder nicht für die Taten ihrer Eltern verantwortlich machen, und seien sie noch so abstoßend.Dass die Bundesregierung drei deutsche IS-Waisen und ein Baby aus Syrien geholt hat, ist darum absolut richtig. Die Schwächsten müssen geschützt werden, zumal sie selbst – gestraft mit fanatischen Eltern – Opfer sind.

Schwieriger wird es bei den Müttern und Vätern, die im Namen des Terrors bewusst mit unserer Gesellschaft gebrochen haben. Eigentlich darf es keine Ausreden geben: So wie wir Gefährder in ihre Heimatländer zurückschicken, müssen wir auch bereit sein, IS-Kämpfer zurückzunehmen, zumindest jene, die nur einen deutschen Pass haben. Trotzdem bleibt ein großes Unbehagen. Werden Gerichte den Kämpfern ihre Verbrechen nachweisen können – und was, wenn nicht? Sind sie für Deradikalisierungs-Programme zugänglich oder wütet die Ideologie unhaltbar in ihnen? Müssen sie rund um die Uhr überwacht werden? Und reicht das?

Bisher ringt Berlin noch um seinen Kurs und dass Innenminister Horst Seehofer sich nicht um die Rücknahme von Fanatikern reißt, ist verständlich. Aber die Regierung wird sich den unbequemen Fragen stellen müssen. Wegducken – wie bisher – ist auf Dauer keine Antwort.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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