Meinung

Vereitelter IS-Anschlag: Neue Krieger in der Pandemie

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Es gab aufgeregte Zeiten, da hätte dieser Fund tagelang die Schlagzeilen dominiert – in der noch aufgeregteren Corona-Zeit aber verkommt er zur Randnotiz: Terror-Fahnder in Dänemark und Deutschland haben einen wohl größeren IS-Anschlag von Syrern verhindert.

Europa sollte sich vor lauter Virusangst in Sachen Terror nicht in falscher Sicherheit wiegen. Der tödliche Angriff auf ein schwules Pärchen in Dresden, die Morde in Frankreich wegen der Mohammed-Karikaturen, der Anschlag in einem Szeneviertel von Wien: Auch wenn das Kalifat des Islamischen Staats im Irak und in Syrien zerschlagen sein mag, bleiben seine Anhänger in Europa weiter aktiv. Auch ohne logistische Hilfe von dort.

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Die Pandemie droht dabei sogar wie ein Brandbeschleuniger zu wirken – gerade weil der Lockdown auch eine schwierige soziale Komponente hat. Die Kanzlerin höchstselbst hat unlängst festgestellt, dass Migrantenkinder durch Schulschließungen besonders belastet sind. Nicht nur für sie gilt: Wer viel Zeit hat und verloren zu Hause rumsitzt, kann sich leichter im Internet radikalisieren. Präventive Sozialarbeit dagegen findet, wenn überhaupt, unter erschwerten Bedingungen statt. Was dort derzeit passiert, wird erst in einiger Zeit sichtbar.

Mike.Schier@ovb.net

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