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Landtagswahlen am Sonntag: Impftermine statt Gender-Sternchen

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Georg Anastasiadis
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In ihrem Corona-Blues sehnen sich viele Menschen noch mehr als in „normalen“ Zeiten nach Führungspersönlichkeiten, denen sie vertrauen. Die Grünen in Baden-Württemberg und die SPD in Rheinland-Pfalz haben das Glück, bodenständige Kümmerer aufbieten zu können, denen praktische Lösungen im Zweifel wichtiger sind als das Parteibuch.

Während die Berliner SPD-Chefin Saskia Esken sich gar nicht genug dafür feiern kann, dass das Parteiprogramm jetzt durchgängig in Gender-Sprech abgefasst ist, konzentrierte sich ihre Mainzer Parteifreundin Malu Dreyer richtigerweise darauf, wie sie den Alltag der kleinen Leute verbessern kann.

Denn die verzweifeln nicht, weil es zu wenig Gender-Sternchen gibt. Sondern weil sie keinen Impftermin kriegen. Und in Stuttgart? Da gönnt der knorrige grüne Ministerpräsident Kretschmann mit seinem selbst zusammengerührten Ländle-Konservatismus jedem Bürger weiter sein Eigenheim.

Umfragen: Kretschmann und Dreyer weit vorn

Letzte Umfragen sehen Kretschmann und Dreyer vor den Wahlen am Sonntag weit vorn. Beide zeigen, wie linke Kandidaten Wahlen gewinnen können – nämlich in der Mitte. Dort, wo mit ihren pragmatischen Öffnungs-Ansätzen in der Corona-Krise auch die FDP wieder punktet. Die Parteizentralen wird das nicht hindern, die Länder-Wahlergebnisse in Triumphe der Bundesparteien umzudeuten.

Doch Vorsicht: In der Bundes-SPD sind, hinter dem Frontmann Olaf Scholz, andere Leute tonangebend als in Mainz. In Berlin schämt man sich für Genossen von altem Schrot und Korn wie Wolfgang Thierse. Und auch an der grünen Basis teilen nur wenige die Begeisterung ihres betont moderat auftretenden Führungsduos für Schwarz-Grün.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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