Impeachment gegen Trump Die falsche Strategie MIKE SCHIER

Impeachment gegen Trump. Die falsche Strategie .

MIKE SCHIER

Der US-Präsident beleidigt verdiente Diplomaten noch während ihrer Aussage vor dem Kongress via Twitter. Was in früheren Zeiten – als man sich zum Beispiel darüber aufregte, weil die Außenministerin Dienstmails von ihrem Privataccount verschickt – für einen Skandal getaugt hätte, wird bald vergessen sein. In der Ära Trump quittieren viele Amerikaner jede neue Ungeheuerlichkeit nur noch mit Achselzucken. Das gilt auch für den Gegenstand des Impeachments: dass Trump Militärhilfe als Druckmittel einsetzte, um eine fremde Regierung dazu zu bringen, innenpolitischen Rivalen zu schaden.

Von Anfang an war klar, dass das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump nur geringe Aussichten hat – denn im Senat steht die Mehrheit der Republikaner felsenfest hinter ihrem Präsidenten. Deshalb setzen die Demokraten nun darauf, den skrupellosen Umgang des Präsidenten mit dem eigenen Rechtssystem wenigstens so gut zu dokumentieren, dass er 2020 die Wahl verliert. Schlammschlacht als Strategie. Doch ihr Problem: Trump hat stets offen gesagt, dass ihn herkömmliche Regeln und Gepflogenheiten nicht interessieren. Und von vielen seiner Wähler wurde er genau deshalb gewählt.

Der Plan der Demokraten dürfte schiefgehen. Sie können Trump im kommenden Jahr nur ablösen, wenn sie bald einen Kandidaten aufbieten, der für etwas Neues und Aufregendes steht. Dass sie bislang niemanden gefunden haben, ist Trumps beste Lebensversicherung.

Mike.Schier@ovb.net

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