Impeachment gegen Donald Trump Spektakel mit geringen Chancen

Impeachment gegen Donald Trump. Spektakel mit geringen Chancen .

FRIEDEMANN DIEDERICHS

Noch nie ist ein US-Präsident durch ein Amtsenthebungs-Verfahren vorzeitig aus dem Weißen Haus entfernt worden. Richard Nixon kam in der Watergate-Affäre einer solchen historischen Sanktion mit seinem Rücktritt zuvor. Donald Trump, der lebenslange Egomane, wird einen solchen Schritt nicht tun – zumal seine Republikaner bisher noch ziemlich geschlossen hinter ihm stehen und seine Kritik einer „Hexenjagd“ übernommen haben. Die Demokraten sehen hingegen in der Ukraine-Affäre und dem Druck des Präsidenten auf Kiew mit dem Ziel, „Schmutz“ über den Rivalen Joe Biden zu sammeln, einen Verfassungsbruch. Doch wo liegt die Wahrheit?

Vermutlich irgendwo in der Mitte. Die Bürger, die von heute an live das TV-Spektakel auf dem Kapitol verfolgen werden, dürften sich bald fragen: Kommt das, was Trump getan hat, tatsächlich einem laut der Verfassung für ein „Impeachment“ erforderlichen schweren Verbrechen nahe? Oder treibt die Opposition auch der Frust, dass man Trump nach dem Bericht von Russland-Sonderermittler Robert Mueller politisch keinen Strick drehen konnte? Das Spektakel dürfte entlang der Parteilinien verlaufen. Sollten nicht noch neue schwerwiegende Sünden Trumps bekannt werden, so wird dieser ziemlich sicher vom Senat dank der Mehrheit der Konservativen freigesprochen werden.

Politik@ovb.net

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