Coronavirus: Immunitätsausweis - die falsche Sicherheit

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  • Barbara Nazarewska
    vonBarbara Nazarewska
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Ein Ausweis, der Immunität gegen Sars-CoV-2 bescheinigt? Der Deutsche Ethikrat rät davon ab – einstimmig, wohlgemerkt. Zu Recht!

Denn aktuell lässt sich nicht sagen, wie lange Menschen nach einer durchgestandenen Covid-19-Erkrankung immun gegen das neuartige Coronavirus sind. Ein solcher Ausweis würde somit nur eines: falsche Sicherheit vorgaukeln. Das wiederum könnte verheerende Folgen haben, vor allem für Risiko-Gruppen, für die Sars-CoV-2 lebensgefährlich werden kann. Und das ist völlig unzweifelhaft.

Die Idee eines Immunitätsnachweises hat auch sonst Tücken. Sie könnte eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ schaffen, nach dem Motto: mehr Freiheiten für Menschen mit Immunität. Das würde selbst dann noch gelten, wenn tatsächlich ein Impfstoff verfügbar ist – weil sich nun mal nicht alle Impfwilligen gleichzeitig immunisieren lassen könnten. Kurzum: Das passt einfach nicht zu Demokratie und Gleichheitsgrundsatz.

Natürlich wollen wir alle die Covid-19-Pandemie so gut wie möglich und auch so schnell wie möglich in den Griff bekommen. Aber: Wir alle, jeder für sich, können dem Virus schon jetzt etwas entgegensetzen. Das Banalste ist und bleibt die AHA-Regel: Abstand halten, Hygiene, Alltagsmaske. Das ist jedem zumutbar. Wer meint, sich in diesen Zeiten dennoch ins Getümmel stürzen zu müssen, handelt nicht sozial – den Anstieg der Infektionszahlen müssen nämlich alle ausbaden.

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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