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Merkel und die Impf-Pannen: Im Großen und Ganzen weit daneben

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  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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„Im Großen und Ganzen“, verkündet die Kanzlerin huldvoll im Fernsehen, sei nichts schief gelaufen bei der Impfkampagne. Wieder mal so ein Merkel-Satz, der fassungslos macht – und zornig.

Jeden Tag sterben Hunderte an Corona, zumeist Ältere, jede Woche steigt der Anteil derer, die eine rechtzeitige Impfung vor dem Tod bewahrt hätte. Jeden Monat wächst die Zahl der Zweifelnden und leider auch Verzweifelten im Lockdown, deren Existenzen und Sozialleben in der Pandemie bröckeln. Im Großen und Ganzen muss diese Kanzlerin für einen Moment auf dem falschen Kontinent gewesen sein.

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Merkel ist keine, die Corona bisher unterschätzt hätte. Im Gegenteil: In ihren frühen Warnungen, in ihrem restriktiven Kurs, lag sie oft richtiger als manche Gute-Laune-Ministerpräsidenten. Dass die Zahl der Toten nicht viel höher schoss, ist unter anderem auch ihr Verdienst. Genauso gehört zur Bilanz aber, dass die Kanzlerin einen Staat führt und Länder koordiniert, die beim Impfen, Digitalisieren und beim Schützen vulnerabler Gruppen schwere Fehler gemacht haben. Die Regierungen haben, wie ihre Bürger, Einiges erst schmerzhaft und spät gelernt.

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Wer das schönredet, verkauft seine Wähler für blöd. Die Fehler bei der EU-Impfstoffbestellung – unter Merkels Ratspräsidentschaft, unter von der Leyens Verantwortung – lassen sich nicht kaschieren. Sie lassen sich aber lindern, durch Nachbestellungen und Produktionshilfe. Weil das dauert, braucht der Staat in dieser Phase leicht sinkender Infektionszahlen und stark wachsender Ungeduld mehr denn je Fingerspitzengefühl und das Vertrauen seiner Bürger – sonst brechen Disziplin und Gemeinsinn weg. Falls sich in ihrem Spätherbst Merkels Blick fürs Große und Ganze eintrübt, ist das dabei keine Hilfe.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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