Meinung

Debatte um Weihnachtsferien in der Coronapandemie: Homeschooling statt Dauerferien

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  • Mike Schier
    vonMike Schier
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Die Debatte kommt in Coronazeiten noch regelmäßiger als der Murmeltiertag: Schon wieder diskutiert die Politik über eine Verlängerung beziehungsweise Verschiebung der Ferien. Armin Laschet lässt in NRW vor Weihnachten zwei Schultage ausfallen, sie sollen nachgeholt werden, irgendwann – als seien Planungen von Eltern und Lehrern oder Erholungsphasen von Schülern beliebig verschiebbar.

Dabei leiden schon jetzt alle unter den monatlich wechselnden Regelungen. Allein die engen Lehrpläne scheinen für die Ministerien in Stein gemeißelt. Zugute halten muss man Laschet einen richtigen Grundgedanken: Wer will, dass Senioren und Risikogruppen auch 2020 mit ihren Familien halbwegs sorglos Weihnachten feiern können, muss für maximalen Schutz sorgen. Der ist aber kaum gewährleistet, wenn Kinder am 23. Dezember noch mit 29 Freunden im Klassenzimmer sitzen und am nächsten Tag neben Oma auf der Couch.

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Doch statt die Ferien vorzuziehen, gäbe es eine andere Möglichkeit einer „Weihnachtsquarantäne“: nach dem Wochenende drei Tage Homeschooling. Nicht wie bisher im Krisenmodus, sondern gut vorbereitet. Die Erfahrungen von Quarantäneklassen zeigen, dass Videounterricht auch im 9. Monat der Pandemie nur in Ausnahmefällen funktioniert. Das ist ärgerlich und wird für die Staatsregierung langsam peinlich. Die drei Tage vor Weihnachten könnten, wenn sie den Eltern rechtzeitig angekündigt werden, als Testlauf dienen, endlich regulären Videounterricht zu garantieren. Corona bleibt auch nach den Ferien unberechenbar – egal, wie lange sie dauern.

Mike.Schier@ovb.net

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