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Meinung

Holen die Genossen das Kanzleramt? Der Scholz-Zug rollt

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis
  • Georg Anastasiadis
    VonGeorg Anastasiadis
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Scholz gibt den Schulz, nur umgekehrt: Je näher der Wahltag rückt, desto höher klettern die Zustimmungswerte für den SPD-Kanzlerkandidaten. Und, das ist neu: Erstmals zieht der vermeintlich spröde Hanseat auch seine lange wie scheintot wirkende Partei mit nach oben.

In der CDU-Wahlkampfzentrale müssen sämtliche Alarmsirenen schrillen, schließlich hat die Briefwahl mancherorts bereits begonnen. Hätte das aktuelle Stimmungshoch noch eine Weile Bestand, könnte Olaf Scholz sich aussuchen, von wem er sich im neuen Bundestag zum Kanzler wählen lassen will. Von Grünen und Linken. Oder von Grünen und FDP.

Mit der der Drohung, notfalls mit den Ex-Kommunisten zu regieren, könnte Scholz die Liberalen, die eigentlich viel lieber mit Armin Laschet und der CDU koalieren würden, zum Eintritt in ein von den Genossen geführtes Ampel-Bündnis nötigen. Das bringt die SPD in verworrener Lage, die aktuell fünf verschiedene Dreierkoalitionen erlaubt (Jamaika, Deutschlandkoalition, Kenia, Ampel, Rot- rotgrün), in eine strategisch starke Position. Und stellt die Wähler vor eine knifflige Denksportaufgabe.

Die SPD ist eine Wundertüte

Nicht nur im Konrad-Adenauer-Haus, wo man im Schlafwagen ins Kanzleramt zu rollen gedachte, reiben sich nun einige erstaunt die Augen. Auch Ex-Juso-Chef Kühnert, der als neuer SPD-Machthaber schon gesetzt schien, muss umdenken. Selbst wenn Scholz am Ende nicht Kanzler wird: So leicht wie erhofft wird die erstarkte Parteilinke ihren Stimmenmagneten nach der Wahl nicht beiseite schieben können.

Für die Wähler bleibt die SPD ohnehin eine Wundertüte: Wer sie ankreuzt, weiß nicht, ob er nach der Wahlnacht Scholz-Politik kriegt. Oder ob er in der nach scharf links gewendeten Kühnert-Esken-Republik aufwacht. Es ist diese Sorge, die den Scholz-Zug auf den letzten Metern doch noch ausbremsen könnte.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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