Höhere Bahn-Fahrpreise? Falsches Signal DIRK WALTER

Höhere Bahn-Fahrpreise? Falsches Signal .

DIRK WALTER

In der Bahn-Vorstandsetage herrscht im Moment große Kakophonie. Fast jeden Tag kommt ein neuer Vorschlag, wie die Bahn a) pünktlicher b) wirtschaftlicher gemacht werden könnte. Der Vorschlag des Bahnbeauftragten der Bundesregierung, Ferlemann, durch Preiserhöhungen den finanziell in Schieflage geratenen Konzern zu sanieren, gehört nun in die Kategorie der besonders widersinnigen Vorstöße. Sollen die Bahnkunden durch höhere Preise für unzuverlässige Fernzüge auch noch finanziell bestraft werden? Das kann man nicht im Ernst verlangen. Ferlemanns Idee passt auch schlecht in eine Zeit, da in mehreren Bundesländern (Hessen, bald Bayern) die Preise im Nahverkehr durch die Einführung von 365-Euro-Jahrestickets auf breiter Front gesenkt werden sollen – gerade um mehr Leute zum Umstieg vom Auto auf die Bahn zu animieren.

Freilich lohnt ein differenzierter Blick: Der Preis der Fahrkarte ist nur ein Faktor, Kunden aufs Gleis zu holen. Fast noch wichtiger ist, dass das Angebot stimmt – Züge müssen pünktlich und zuverlässig fahren. Dies aber geht nur, wenn die Schiene stärker ausgebaut wird als bisher. Hier wurde über ein Jahrzehnt gespart. Ergo: Der Bund muss mehr Geld in die Bahn stecken.

Dirk.Walter@ovb.net

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