Haarsträubende Bayern-Panne

Skandal bei Coronatests. MIKE SCHIER.

Die bedeutungsschwangeren Auftritte als tatkräftiger Krisenmanager erledigt Markus Söder persönlich. Die Verkündung von haarsträubender Pannen überlässt er großzügig seiner heillos überfordert wirkenden Gesundheitsministerin. 900 (!) positive (!!) Tests wurden den Betroffenen nicht übermittelt. Die Zahl lässt einen schwindeln. Damit dürften sich alle Spötteleien über Nordrhein-Westfalen und Armin Laschet auf absehbare Zeit erledigt haben. Noch am Montag war vollmundig schon die nächste Testoffensive angekündigt worden – dass da an den Grenzen und am Flughafen bereits das Chaos regierte, bemerkte in der Staatsregierung trotz großer Presseberichte offenbar keiner. Zwei Tage wurden vertrödelt, ehe Melanie Huml gestern an die Öffentlichkeit ging. Allein das ist ein Skandal.

Dies ist umso ärgerlicher, weil die Zahlen der Urlaubsheimkehrer ohnehin alle Alarmglocken schrillen lassen sollten. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass vor allem vom Balkan eine gewaltige Corona-Gefahr ausgeht. Nur sind diesmal die Voraussetzungen anders: Aus Ischgl brachte die Mittel- und Oberschicht das Virus nach Deutschland. Aus Osteuropa kehren nun viele Menschen mit Migrationshintergrund aus dem Heimaturlaub an ihre Arbeitsplätze (ausgerechnet oft im Pflege- und Gesundheitsbereich) und in die Schulen zurück.

Das erfordert geeignete Maßnahmen – Informationskampagnen in den relevanten Sprachen, Kooperation mit Arbeitgebern und Schulen, gegebenenfalls Quarantänemaßnahmen. Der Krisenmanager ist gefragt!

Mike.Schier@ovb.net

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