Gute-Kita-Gesetz Toller Ansatz, schwache Umsetzung

Gute-Kita-Gesetz. Toller Ansatz, schwache Umsetzung .

BARBARA NAZAREWSKA

Gut gemeint, nicht ganz so gut gemacht: Das trifft leider auf das Gute-Kita-Gesetz zu. Ja, es war höchste Zeit, dass mehr Geld in die Kinderförderung fließt. Nur: Von den insgesamt 5,5 Milliarden Euro an Bundesmitteln soll schon jetzt ein Drittel ausschließlich für neue Beitragsbefreiungen und -senkungen verplant sein – unabhängig davon, wie die Einkommensverhältnisse betroffener Eltern sind. Das ist ein falsches Signal! Denn solche „Geschenke“, übrigens vor den Kommunalwahlen, ändern nichts daran, dass Krippen- und Kindergartenplätze immer noch Mangelware sind, dass die Personalfluktuation vielerorts auf der Tagesordnung steht und dass Erzieher nach wie vor unterbezahlt sind.

Seien wir ehrlich: Die meisten Eltern, das belegen zahlreiche Umfragen, sind bereit, für einen Krippen- und Kindergartenplatz einiges zu bezahlen – allein schon einen solchen zu bekommen, gleicht ja oft einem Glücksspiel. Und die meisten Eltern geben ihr Kind auch lieber in eine Einrichtung, bei der sie das Gefühl haben: Hier geht es den Kleinen gut, die Erzieher sind nicht von morgens bis abends gestresst, weil der Personalschlüssel schlecht ist und sie ständig Mehrarbeit leisten müssen.

Es ist höchste Zeit, jetzt vor allem auf Qualität in Kitas zu setzen. Und den Erziehern das Gefühl zu geben: Eure Arbeit ist Gold wert – und nicht nur „umsonst“ zu haben!

Barbara.Nazarewska@ovb.net

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