Gute Absichten verwelken schnell

Boom regionaler Lebensmittel. DOMINIK GÖTTLER.

In der Krise greift der Bayer zur Kartoffel vom Bauern nebenan. Der Trend ist deutlich: Egal ob in Supermärkten, Hofläden oder bei den Regionalvermarktern – seit dem Ausbruch der Corona-Krise hat sich der Absatz von regionaler und auch ökologisch produzierter Ware deutlich erhöht. Das zeigt: Nicht nur bei Medikamenten, auch auf dem Teller legen die Menschen in schwierigen Zeiten offenbar mehr Wert auf eine heimische Produktion.

Diese Entwicklung ist zu begrüßen. Denn dabei geht es nicht nur um die Abhängigkeit von Importen – es ist auch ökologisch äußert fragwürdig, zu jeder Jahreszeit Lebensmittel rund um den Globus zu schicken, weil der Deutsche doch bitte auch zu Weihnachten nicht auf seinen Erdbeerkuchen verzichten möchte. Saisonales Denken beim Einkauf gehört zur Regionalität dazu – was nicht heißt, dass man im Winter nur Kohlrouladen essen muss.

Fraglich bleibt aber, wie nachhaltig die aktuelle Lust zur Regionalität ist. Gute Absichten verwelken schnell. Wenn nach Wochen im Corona-Homeoffice der stressige Arbeitsalltag wieder zur Normalität wird, dann dürfte der ein oder andere den Umweg zum Hofladen aus Zeitdruck wieder meiden. Umso wichtiger, dass auch die großen Supermarktketten ihr regionales Angebot immer weiter ausbauen. Und zwar, ohne bei der bislang gesetzlich nicht geschützten Kennzeichnung zu tricksen.

Dominik.Goettler@ovb.net

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