Vor dem Grünen-Parteitag Über der Party schwebt die K-Frage

Vor dem Grünen-Parteitag. Über der Party schwebt die K-Frage .

MIKE SCHIER

Es wird sicher wieder ein Spektakel. Die Grünen sind ja derzeit so etwas wie die Gute-Laune-Partei Deutschlands – sprich die einzige, die Erfolge groß feiern und Misserfolge ganz schnell vergessen kann. Die Enttäuschung von Thüringen? Die missglückte Kandidatur von Cem Özdemir in der Fraktion? Den Beifallsstürmen in Bielefeld wird das alles nichts anhaben können. Auch die Münchnerin Katharina Schulze dürfte in ihnen baden, sollte sie in den Parteirat gewählt werden und damit auch auf Bundesebene in die engere Führung aufrücken.

Doch die euphorische Partei sollte gewarnt sein: Zu schnelllebig ist inzwischen das Politgeschäft, zu wellenartig verlaufen die Diskussionen, die das Land umtreiben. Gestern drehte sich noch alles um Migration, dann brach tsunamiartig der Klimaschutz herein, für den sich vorher kaum einer interessiert hatte. Doch der Hype ums Klima, der auch die Grünen nach oben spülte, beginnt bereits abzuebben. Nur was passiert mit der Ökopartei, wenn wirtschaftliche Themen Konjunktur bekommen?

Wenn die Grünen wirklich zur neuen Volkspartei werden wollen, müssen sie nicht nur thematisch breiter wahrgenommen werden, sondern auch personell Farbe bekennen. Sollte es zu Neuwahlen kommen, kommt die Partei der Doppelspitzen nicht umhin, einen Kanzlerkandidaten zu benennen. Robert Habeck? Mal sehen, ob den selbstbewussten Frauen dann die gute Laune vergeht.

Mike.Schier@ovb.net

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