Meinung

Warum die Grünen an Ostern Annalena Baerbock als Kandidatin ums Kanzleramt nominieren sollten

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Die Grünen wollen erst nach Ostern entscheiden, wer für sie ins Kanzleramt ziehen soll. Zwei haben Interesse gezeigt, aber Annalena Baerbock hat bessere Aussichten.

Die frohe Kunde gibt’s bei den Grünen erst nach Ostern. Im Zeitraum bis Pfingsten soll der Kandidat fürs Kanzleramt feststehen, wie Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sagte. Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Bis dahin könnte Corona halbwegs im Griff und die Republik wieder offener für grüne Themen sein – was Rückenwind für den Kandidaten wäre. Überhaupt zeigt sich die Partei bei ihrer ersten Nominierung erstaunlich reif. Während die SPD Olaf Scholz überstürzt und die Union aus einer Fußballmannschaft von Anwärtern noch niemanden gekürt hat, zieht die Ökopartei mit großer Ruhe ins Wahljahr. Jetzt müssen sich bloß die zwei Chefs noch einigen.

Ob das so einfach wird? Spannenderweise betonte Kellner, die Partei erwarte in dieser Frage Geschlossenheit – als drohte ihr das Gegenteil. Ein Machtkampf? Robert Habeck und Annalena Baerbock haben beide schon bekundet, dass sie sich das Kanzleramt zutrauen, ergo: es unbedingt wollen. Die Grünen werden aber strategisch schlau genug sein, auch angesichts der rein männlichen Konkurrenz Baerbock ins Rennen zu schicken. Sie baut jedenfalls munter vor und platziert inhaltlich mutige Ideen (mehr Geld für die Bundeswehr), während Habeck über Schwurbeleien nur selten hinauskommt.

Vorerst dürften die Grünen aber auf den CDU-Parteitag schielen und Friedrich Merz die Daumen drücken. Als CDU-Chef und Kanzlerkandidat wäre er im Wahlkampf der perfekte Aufbaugegner. Das böse Erwachen gäb’s dann erst in einer möglichen schwarz-grünen Koalition.

Schreiben Sie unserem Autor: Marcus.Maeckler@ovb.net

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