GroKo entlastet Betriebsrentner Ein Signal, dem weitere folgen müssen

GroKo entlastet Betriebsrentner. Ein Signal, dem weitere folgen müssen .

SEBASTIAN HORSCH

In der allgemeinen Aufregung darüber, dass sich die Große Koalition nach nur neun Monaten Streit auf eine Grundrente einigen konnte, ist etwas anderes fast untergegangen. CDU, CSU und SPD haben auch eine Verbesserung für Betriebsrentner beschlossen. Auf einen gewissen Freibetrag müssen diese bald keine Krankenversicherungsbeiträge mehr zahlen.

Euphorische Dankesschreiben dürfen Union und SPD von vielen der heutigen Renten-Bezieher deshalb wohl nicht erwarten. Denn es gibt eine unschöne Vorgeschichte. Um die damals leeren Krankenkassen zu füllen, hat vor 15 Jahren eine rot-grüne Regierung beschlossen, dass Betriebsrentner und Direktversicherte bei der Auszahlung ihrer Bezüge künftig den vollen Beitrag inklusive Arbeitgeberanteil zu bezahlen haben. Eine unerwartete Belastung für viele, die ihre Verträge unter anderen Bedingungen abgeschlossen hatten. Bis heute ist der Ärger darüber riesig, schließlich geht es dabei nicht selten um viele tausend Euro. Da kann man es als Betroffener nun beinahe als Unverschämtheit empfinden, dass die Regierung den Betriebsrentnern großzügig ein paar Euro zusteckt. Und dennoch ist die geplante Entlastung wichtig, weil sie hoffentlich die Betriebsrente stärkt. Die ist in Deutschland nämlich viel zu wenig verbreitet.

In den kommenden Jahrzehnten wird der demografische Druck auf die gesetzliche Rente stark steigen. Von ihr alleine werden die Menschen im Alter nicht leben können – noch weniger als heute. Zusätzliche Säulen wie die Betriebsrente sind dann ein unerlässlicher Schutz vor Altersarmut. Die GroKo hat deshalb ein richtiges Signal gesetzt. Nun müssen weitere folgen.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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