USA greifen nach deutscher Firma Von Panik getrieben

USA greifen nach deutscher Firma. Von Panik getrieben .

MIKE SCHIER

Donald Trump hat eine bemerkenswerte Wandlung in Sachen Corona hingelegt. Wochenlang erklärte der US-Präsident, man habe alles unter Kontrolle. Am 27. Februar prognostizierte er bei einer Pressekonferenz gar, das Virus werde „wie durch ein Wunder“ eines Tages „verschwinden“. Parallel wiederholte Trump gerne, die USA seien das Land, das am besten vorbereitet sei.

Inzwischen ist klar: Unter Kontrolle hat die US-Regierung herzlich wenig. Das angeblich am besten vorbereitete Land der Welt versucht völlig ungeniert, bei seinen europäischen Verbündeten zu wildern. Der Versuch, ein Tübinger Unternehmen mit sehr viel Geld in die USA zu locken, die den Impfstoff dann aber alleine für sich behalten wollen, strotzt nur so vor Verachtung für das westliche Bündnis. Trump, der schon immer meinte, mit genügend Geld brauche man keine Moral mehr, stößt damit einmal mehr alle Verbündeten vor den Kopf.

Die Aktion zeigt, wie groß die Panik in der US-Regierung inzwischen ist. Trump sah nicht zuletzt dank der hervorragenden Wirtschaftszahlen schon wie der sichere Sieger der Wahlen im November aus. Jetzt wächst der Unmut im Land über das schlechte Gesundheitssystem. Die Aktien, für die Altersvorsorge zentral, stürzen in den Keller, die Wirtschaft wird gebeutelt. In einem Land, das über unzureichende soziale Sicherung verfügt, trifft das die Bürger massiv. Trump hat ein echtes Problem.

Mike.Schier@ovb.net

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